Da Wissen personengebunden und zugleich mobil ist, stellen sich neue Bedingungen an die Form der städtischen Ein- und Anbindung dieser wissensbasierten Trägergruppen der Kreativen. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Einbindung in soziale Netze und häufig auch der Zugang zu Orten, an denen diese Vernetzung möglich wird.
Reduziert man Wissen nicht auf Information und das kommunikative Potenzial nicht nur auf internetbasierte Netze vor allem dann wird die räumliche Nähe zu einer wichtigen Kategorie. Während kodifiziertes (explizites) Wissen ohne Schwierigkeiten über Distanz vermittelt und ausgetauscht werden kann, so bedarf das „tacit knowledge“ (implizites Wissen) hingegen sozialer Kontakte, verbaler und nonverbaler Kommunikation und damit auch räumlicher Nähe.
Während ökonomische und kulturelle Globalisierungsprozesse dazu beitragen, dass es „Enträumlichungen“, ein dis-embedding aus räumlichen Bindungen gibt, gibt es lokale Prozesse, die hier im Sinne der Bewahrung des cultural heritage nicht nur gegenhalten, sondern über lokale Identitätsstiftung neue Bindungsqualitäten entwickeln. Das wird traditionell einerseits (immer noch) über die Nachbarschaft von technikbasierten Unternehmen und naturwissenschaftlich-technischen Forschungsinstituten gesehen, andererseits über die Herausbildung von Orten, die für die „innovativen Milieus“ ein „seedbed“ bilden.
Diese Gegenläufigkeit aus globalisierenden technischen und ökonomischen einerseits sowie lokalisierenden sozialen und kulturellen Prozessen andererseits müssen einerseits im Rahmen einer neuartigen Raumregulation aufeinander bezogen werden (‚Glocalisation’), zum anderen ergeben sich daraus opake Bindungsmuster einzelner sozialer Gruppen und von Individuen.
In diesem Zusammenhang darf man sich „Raum“ nicht nur in herkömmlicher Form als Territorium benennbarer Länge, Breite (und Höhe), in relationaler Lage zu anderen Orten (Entfernung, Richtung) vorstellen, sondern vor allem als Ergebnis konkreter Herstellungs- und Formungsprozesse und damit als Ausdruck gesellschaftlicher Interessen („Produktion von Raum“) einerseits sowie der Reaktion auf Wahrnehmungs- und Bewertungsprozesse der im Raum handelnden Menschen („Konstruktion als Reproduktion von Raum“) andererseits. In diesem Spannungsverhältnis wird Raum von sozialen Gruppen und Einzelpersonen vorübergehend und symbolisch angeeignet. Entscheidend dort sind die Exklusions- und Integrationsmuster der AkteurInnen im Sinne einer lokal gebunden Kultur


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